Connection Special August September 2004

Weiblich – Männlich

Jesus sagt im Thomasevangelium, Spruch 22: „Wenn ihr aus zwei eins macht, wenn ihr das Innere wie das Äußere und das Äußere wie das Innere macht, und das Obere wie das Untere macht, und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einer Einheit macht, so dass das Männliche nicht mehr männlich und das Weibliche nicht mehr weiblich ist, dann werdet ihr in das Reich Gottes eintreten.“

Jeder Mensch hat männliche und weibliche Qualitäten in sich. Harmonie, Frieden und Erfüllung sind nur möglich, wenn beide Qualitäten in Einklang und Balance in uns tanzen. Der Kampf zwischen den beiden in uns und in unserer Beziehung zu anderen Menschen und die Überbetonung des männlichen oder des weiblichen Anteils sind nicht förderlich für unseren Frieden im Innen und Außen. In uns gibt es Empfänglichkeit und Aktivität, gibt es Sanftheit und Kraft. Das eine ohne das andere ist immer nur ein Halbes. Zunächst scheinen wir natürlich einer Seite in uns mehr zuzuneigen, wir verstehen uns dann als stark oder als schwach, als weich oder als hart, als aktiv oder als passiv. Im weiteren Verlauf unserer Entwicklung entdecken wir die andere Seite in uns und fangen an sie zu leben. Dabei wanken wir oft von einer Seite zur anderen, bis wir gelernt haben auf dem schmalen Grat zu gehen. Dann erst gelingt es uns die weibliche und männliche Seite in uns gleichberechtigt und harmonisch miteinander singen zu lassen und wirklich das Weibliche und das Männliche zu einer Einheit zumachen. Und dann gibt es kein entweder-oder mehr, keinen Kampf in uns und auch keinen Grund für Kampf, oder Arroganz, für Gewalt oder Opferhaltung in unserem Leben.

Pyar

© Pyar 09/2004